Abnehmspritze
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Abnehmspritze
Schneller zum Traumgewicht?

Das solltest du über die Abnehmspritze wissen!

Ursprünglich wurde die Abnehmspritze zur Behandlung von Diabetes Typ 2 entwickelt. Erst später stellte man fest: Sie helfen auch dabei, Gewicht zu reduzieren. Doch ist die Einnahme für jeden geeignet?

Was ist die Abnehmspritze überhaupt?

Die sogenannte Abnehmspritze sorgt seit einiger Zeit für viel Aufmerksamkeit. Viele Menschen hören zum ersten Mal davon und fragen sich, was genau dahintersteckt, wie sie wirkt und ob sie beim Abnehmen wirklich helfen kann. 

Bei der Abnehmspritze handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Ursprünglich wurden diese Wirkstoffe zur Behandlung von Menschen mit Diabetes Typ 2 entwickelt. Im Laufe der Zeit stellten Ärztinnen und Ärzte fest, dass diese Medikamente auch das Körpergewicht deutlich senken können. Deshalb sind sie heute auch zur Behandlung von starkem Übergewicht, der sogenannten Adipositas, zugelassen.

Welche Wirkstoffe stecken dahinter?

Aktuell gibt es drei wichtige Wirkstoffe:

  • Liraglutid
    Seit 2015 in der EU zur Behandlung von starkem Übergewicht zugelassen.

  • Semaglutid
    Seit 2022 in höherer Dosierung offiziell als Medikament zur Gewichtsreduktion zugelassen.

  • Tirzepatid
    Seit 2023 verfügbar. Dieser Wirkstoff gilt als besonders effektiv.

Alle drei Wirkstoffe ahmen körpereigene Darmhormone nach, die normalerweise nach dem Essen ausgeschüttet werden.

Wie wirkt die Abnehmspritze im Körper?

Die Abnehmspritze wirkt, indem sie ein Hormon nachahmt, das der Körper normalerweise nach dem Essen ausschüttet. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich der Magen langsamer entleert. Dadurch bleibt das Gefühl, satt zu sein, länger bestehen. Viele Menschen verspüren weniger Hunger und essen automatisch kleinere Portionen.
Wichtig ist jedoch: Die Spritze verändert nicht den Lebensstil. Sie unterstützt das Abnehmen, ersetzt aber weder gesunde Ernährung noch Bewegung.

Wie wird die Spritze angewendet?

Die Abnehmspritze wird in der Regel einmal pro Woche mit einem sogenannten Pen unter die Haut gespritzt. Das kann zum Beispiel am Bauch, am Oberschenkel oder am Oberarm passieren. Nach einer ärztlichen Einweisung können viele Patientinnen und Patienten die Spritze selbst anwenden.

Für wen ist die Abnehmspritze geeignet?

Zugelassen ist sie für:

  • Menschen mit einem BMI ab 30

  • Oder BMI ab 27, wenn zusätzliche Erkrankungen vorliegen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes)

Nicht empfohlen wird sie unter anderem bei:

  • Nieren- oder Lebererkrankungen

  • früherer Bauchspeicheldrüsenentzündung

  • Schwangerschaft oder Stillzeit

  • Kinderwunsch

Die Entscheidung sollte immer gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Übelkeit

  • Durchfall oder Verstopfung

  • Bauchschmerzen

  • Schwindel

  • Kopfschmerzen

Bei vielen Betroffenen lassen diese Beschwerden nach einigen Wochen nach. Trotzdem gilt:
Die Behandlung sollte ärztlich begleitet werden.

Wer bezahlt die Abnehmspritze?

Die Kostenübernahme hängt vom Grund der Behandlung ab. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für das Medikament. Wird die Spritze ausschließlich zum Abnehmen eingesetzt, müssen Patientinnen und Patienten die Kosten derzeit selbst tragen. Obwohl die Medikamente zur Behandlung von Adipositas zugelassen sind, zahlen die Krankenkassen in Deutschland aktuell noch nicht dafür.

Was kostet die Abnehmspritze?

Ungefähre Monatskosten:

  • Semaglutid: bis zu ca. 300 Euro

  • Tirzepatid: bis zu ca. 500 Euro

Die hohen Kosten sind einer der Hauptgründe, warum viele Menschen die Behandlung vorzeitig abbrechen.

Führt die Spritze automatisch zur Traumfigur?

Die Abnehmspritze allein führt nicht automatisch zur Traumfigur. Sie kann dabei helfen, weniger zu essen und das Gewicht zu reduzieren, ersetzt aber keine Ernährungsumstellung und keinen Sport. Langfristig erfolgreich ist die Behandlung nur, wenn sie mit einem gesünderen Lebensstil kombiniert wird.